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Onam – das Treatmenthouse putzt sich raus

25. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 25. Aug.


Bevor Onam ins Treatmenthouse einziehen konnte, musste allerdings erst noch ein Kampf auf Leben und Tod für klare Verhältnisse sorgen.

Aarun, kampferprobt in den virtuellen Stadien dieser Welt, forderte Achu, den unerschrockenen, berühmten Heiler aus Kerala, heraus. Und der Einsatz hätte kaum höher sein können: Sollte Achu verlieren, musste er widerwillig ein Steak verspeisen. Sollte Aarun verlieren, musste er für eine ganze Weile auf sein intensives Training in den virtuellen Welten verzichten – ein geradezu eklatanter Nachteil für seine weitere kämpferische Entwicklung.



Der Kampf tobte hin und her. Mal schien Aaron die Oberhand zu gewinnen, mal Achu. Beide kämpften mit vollem Einsatz, und am Ende hätte wohl jeder von ihnen mit einer kleinen Portion Glück als Sieger hervorgehen können.

Das endgültige Kampfergebnis wurde allerdings nie offiziell verkündet. Es soll zwar einen Gewinner gegeben haben, doch vieles deutet darauf hin, dass man sich schließlich auf einen gewissen Interessenausgleich verständigt hat. Manchmal besteht wahre Größe eben nicht darin, einen Kampf zu gewinnen – sondern rechtzeitig eine Lösung zu finden, bei der keiner sein Gesicht verlieren muss.



Und nach dem Schlachtgetümmel ist Onam, das traditionelle Landesfest Keralas, eingezogen. Und es kommt nicht leise durch die Tür. Es bringt Farben, Blumen, Musik, Tanz und eine Menge Vorfreude mit.

Schon Tage vorher wird geprobt. Immer wieder erklingt Musik, Schritte werden ausprobiert, Arme bewegt und Bewegungsabläufe wiederholt. Vor allem die Frauen sind mit großem Einsatz dabei. Unter Sandras Leitung üben sie einen Tanz, der beim gemeinsamen Fest aufgeführt werden soll.




Dabei wird schnell deutlich: Tanzen sieht immer so wunderbar leicht aus – solange man nur zuschaut. Die Europäer strukturieren - die Inder fühlen. Wer selbst versucht, im richtigen Moment den richtigen Fuß in die richtige Richtung zu bewegen und gleichzeitig noch freundlich zu lächeln, bekommt eine Ahnung davon, wie viel Arbeit in dieser Leichtigkeit steckt. Doch Aufgeben ist keine Option. Alle fiebern der feierlichen Aufführung entgegen und legen dafür natürlich ganz besondere Kleider an.




Pookalam - das vergägliche Kunstwerk, das für Gemeinschaft sorgt, macht einfach nur Spaß. Zunächst bleibt vieles noch ein kleines Geheimnis. Doch dann rücken die Organisatoren mit Blumen in allen Farben und den benötigten Mengen an – und es kann losgehen.

Die einen zupfen die Blütenblätter ab, die anderen sortieren sie nach Farben oder legen sie sorgfältig auf das vorgezeichnete Muster. Immer wieder kommen neue Helfer dazu. So wächst nach und nach aus unzähligen einzelnen Blütenblättern ein großes, farbenprächtiges Gesamtbild.

Mich hat besonders überrascht, wer dabei alles mit angepackt und sich dafür begeistern kann.

Das Pookalam ist eine großartige Gemeinschaftsarbeit: sorgfältig geplant, gemeinsam geschaffen und voller Bedeutung. Gleichzeitig ist es vergänglich. Vielleicht liegt gerade darin sein besonderer Zauber. Mit den Blumen sagt die Gemeinschaft etwas sehr Schönes: Wir gehören zusammen – und gemeinsam können wir etwas entstehen lassen, das weit mehr ist als die Summe seiner einzelnen Blüten.



Und dann kam endlich die Aufführung, auf die unsere Mädels so intensiv hingearbeitet hatten. Das Klatschen der Hände, das Stampfen ihrer Füße, die Musik und das Kichern, wenn eine Bewegung einmal etwas suboptimal gelungen war, hatten uns schon in den vergangenen Tagen begleitet.

Jetzt kam der große Augenblick. Festlich gekleidet, wunderschön herausgeputzt und wie aus dem Ei gepellt standen sie bereit. Die Musik setzte ein – und dann ging es los.



Nach dem Tanz ging es weiter. Jetzt standen Spiele auf dem Programm – und damit ein wunderbarer Ausdruck indischer Lebensfreude.

Bei uns würden wir das wahrscheinlich als Kinderspiele bezeichnen. Hier bekamen sie jedoch eine vollkommen andere Dimension. Die Erwachsenen spielten mit einer ansteckenden Begeisterung und konnten sich mit herrlicher Selbstironie über das eigene Scheitern halbtot lachen.

Auch wenn es auf den ersten Blick manchmal wie ein Auslachen wirkte, war es in Wirklichkeit ein Lachen miteinander. Und zugleich die Freude über eine besondere indische Fähigkeit: das Chaos nicht nur auszuhalten, sondern darin gemeinsam zu leben, zu improvisieren und am Ende alles gelingen zu lassen.




Natürlich gehört zu Onam auch das traditionelle Festessen: die Onam Sadya. Es wird nicht auf einem Teller, sondern auf einem großen Bananenblatt serviert. Darauf finden zahlreiche kleine Gerichte ihren Platz: Reis, verschiedene Gemüsezubereitungen, Currys, Saucen, Pickles und Süßspeisen. Und damit ging ein bewegender und erinnerungsstarker Tag im Treatmenthouse zu Ende. Ich werde sehr gerne daran zurückdenken.




 
 
 

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