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Bayern,Köln, Frankfurt, Dehli, Treatmenthouse

8. Aug.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Aug.

Wieder zu Hause und trotzdem irgendwie auf dem Sprung. Die Gedanken waren noch bei dem, was gewesen war, und bei dem, was kommen wird – packen, aufräumen, Dinge organisieren, und was man alles so tut. Und dann ging es schon wieder los.

Ein letztes Mittagessen gegenüber vom Bahnhof und dann der Abschied von meinem lieben Wusel. Ich kann mich wirklich mehr als glücklich schätzen über diese Liebe, die mir auch diese Freiheitsgrade schenkt. Mit dem Zug nach Frankfurt – der übliche Hassle am Flughafen – und hopp, für neuneinhalb Stunden in den Flieger nach Delhi. Das war angenehmer, als ich gedacht hatte, da ich doch relativ viel schlafen konnte. Was mich aber vom Hocker gehauen hat: als ich mich in der Kabine umgeschaut habe, in welchen Positionen, Körperhaltungen und Verrenkungen Menschen in den Schlaf finden.

Und noch was hat mich beeindruckt: Ich habe kein Schnarchen gehört. Na ja, dachte ich – macht auch Sinn. Wo sollen denn hier oben auch die gefährlichen Tiere herkommen, die wir normalerweise mit dem Schnarchen vertreiben? Und fdann hörte ich genauer hin und merkte, wie laut das Flugzeug war, und dass jedes Schnarchen im Turbinengeräusch versinkt.



Nach der Landung in Delhi war mein erster Eindruck: strömender Regen. Der Himmel war grau, der Regen prasselte auf das Rollfeld, und ich dachte: Das kenne ich doch. Nach einem längeren Zwischenstopp, dem Wechsel des Gates und was ein Flughafen sonst noch so auf der Pfanne hat, um die Wartezeit zu verkürzen, saß ich dann wieder im Flieger. Ich hatte mir einen Platz in der Mitte geschossen und stellte bald fest, dass rechts und links von mir zwei Architekten saßen –

besonders interessant der eine, der eine 45-tägige Reise mit indischen Architekten quer durch Europa absolviert hatte. Und er kannte fast alle Städte, in denen ich auch schon mal gewesen war. Nach Gesprächen über Architektur und Kunst trabte ich dann zum Laufband, fand meinen Koffer und raus ging es. Zu meiner größten Freude begrüßten mich Gesche und Aaron ganz herzlich, sobald ich aus dem Flughafen raus war – ein wirklich schöner, emotionaler Empfang. Und Sanjay fuhr mich sicher in einem herrschaftlichen Auto zum Treatmenthouse. Auf der Straße war ich wieder fassungslos, dass in diesem indischen Verkehr so viele Menschen überleben. Wenn man unserer Mentalität zu Grunde legt, die oft darauf ausgerichtet ist, Recht zu haben und dieses Recht auch durchzusetzen, gäbe es ein unglaubliches Blutbad.



Heute Morgen habe ich um 6 Uhr die Augen wieder aufgemacht, und bei der ersten Inspektion durchs Gelände mit Vijay besichtigte ich die neue Baustelle. Für indische Verhältnisse, so glaube ich, ein ganz schöner Palast. Der Spaziergang durch das Treatmenthouse fühlte sich ein wenig an wie nach Hause kommen. Ich werde gedrückt und geherzt, freudige Augen überall, und ich sauge alles wie ein Schwamm auf. Was mich doch ein bisschen unruhig macht: mein Bauch, der immer wieder getätschelt wird

– ich befürchte, ich werde nicht viel zu essen bekommen. Mal schauen, ob das stimmt.

 
 
 

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