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Wir sind wieder im Tritt

24. Juli
4 Min. Lesezeit


Ein abwechslungsreiches Programm



Dieses Jahr haben wir uns wirklich ein sehr abwechslungsreiches Programm für unsere Etappen zusammengestellt. Tommi schwärmt immer wieder von den tollen Landschaften, die wir durchfahren. Zuerst den Rhein hinauf, dann auf der Schweizer Seite um den wunderschönen Bodensee — und inzwischen haben wir uns im Allgäu auf 1.000 Meter hochgearbeitet.



Die Bregenzer Festspielbühne


Eigentlich wollte ich unbedingt wieder auf die Bregenzer Festspielbühne — mich vom Bühnenbild noch einmal beeindrucken lassen und ein paar schöne Bilder machen. Aber da hat man mir leider einen Riegel vorgeschoben.



So blieb mir nur ein Blick durch einen schmalen Spalt. Dafür haben wir, in Reminiszenz an die Fahrradtour mit Fritz, ein Bild nachgestellt. Hallo Fritz!



Aber bevor es weitergeht, gibt es einen kleinen, rudimentären, spotlight-artigen Einblick in die Insights, wie so ein Tag auf dem Fahrrad organisiert wird.

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der Tag auf dem Fahrrad hat sich neu sortiert:


CHAPPY hat Frühdienst.

Als Erster muss CHAPPY ran. 5 Uhr: Rapport über die Wettervorhersage. Tommi schläft da in der Regel noch, aber die Grundorientierung für den Tag ist von CHAPPY klar zementiert und wird von Tommi brav befolgt. Er übernimmt die Beobachtung des Regenradars mit professionellem Fachverstand über den ganzen Tag hinweg. Dass wir bisher nicht nass geworden sind, könnte damit ursächlich zusammenhängen. Denn sobald es anfängt zu tröpfeln, ist für uns Zeit, einen schützenden Raum in Form einer Gastwirtschaft aufzusuchen. Vielleicht hat es aber auch einfach kaum geregnet. Nobody knows.


Früh im Sattel



Da wir beide Frühaufsteher sind, geht der morgendliche Dialog eigentlich immer wie folgt, oder so ähnlich:

A eröffnet: „Wann möchtest du denn morgen losfahren?"

B antwortet: „Vielleicht ist es sinnvoll, früh loszufahren. Dann sind noch nicht so viele auf der Straße."

A: „Das passt auch mit dem Wetter ganz gut. Es könnte sich im Laufe des Tages noch drehen."

Die Rollen A und B werden dabei unterschiedlich besetzt — und können zwischendurch, ganz in der Improvisation, auch mal wortgewandt die Aspekte des anderen übernehmen. Der literarisch anspruchsvolle Dialog endet dann eigentlich — oder besser gesagt: immer — mit demselben Ergebnis:

Wir sitzen früh im Sattel.


Das Internet nervt


Die letzten Tage haben wir immer wieder Grenzen überschritten. Im Grunde merkt man das kaum — außer in einem für uns wirklich wichtigen Detail: dem Zugang zum Internet. Und sind dann abwechselnd davon genervt, dass es mal beim einen, mal beim anderen nicht so verfügbar ist, wie wir es gern hätten.

Für die Schweiz brauchten wir ein extra Paket. Je näher wir an der Grenze waren, desto mehr störten sich die Netze gegenseitig — und es war jedes Mal ein Kampf, die Dinge am Laufen zu halten. Besonders vertrackt wurde es, wenn zwei Grenzen — im schlimmsten Fall sogar drei — nah beieinanderlagen. Dann ging bei uns fast gar nichts mehr.

Aus einem unerklärlichen Grund hatte ich dann auch noch meinen Rechner mit Tommis Handy gekoppelt. Ergebnis: An einem Abend habe ich sein ganzes Datenvolumen leer gefegt. Ups.


Komoot unser Reiseführer


Und dann kommt die große Frage: Wohin führt uns Komoot, unser Reiseführer, heute? Über welche Straßen, welche Beläge, welche Steigungen, durch welche Orte — was auch immer?

Komoot hin, Komoot her: Irgendjemand muss ihm ja gesagt haben, was er zu tun hat. Bisher war das in erster Linie ich, glaube ich. Aber der Sinn dahinter liegt manchmal so weit zurück, dass er sich heute nicht immer von selbst ergibt. Manchmal hat man das Gefühl, Gedanken und Logik hätten eine Halbwertszeit, die schon abgelaufen ist, bevor wir überhaupt losgefahren sind.


Liebe Batterie


Und dann hat es sich bewährt, die Batterie ins Morgengebet mit einzubeziehen. Liebe Batterie, sei schön fleißig! Denn was Komoot uns mit „rechts, links, geradeaus" vorgibt, braucht manchmal mehr Kraft, als zur Verfügung steht — und dann ist die Batterie mit ihrer ganzen Kraft gefragt. Festzustellen ist dabei jedoch: Das Alter hat nicht nur die Kapazität der Batterie reduziert, sondern auch die Kraft des Menschen auf dem Fahrrad. Bei steilen Anstiegen steht dieses Zusammenspiel also vor einer echten Herausforderung.


Kohldampf


Und wenn die Fortbewegung auf zwei Rädern im grünen Bereich ist, stehen die Überlebensfragen im Raum. Die erste: Wo kriegen wir was zu essen? Dabei geht es nicht nur um das nackte Überleben — ein bisschen Geschmack sollte mit der Nahrungsaufnahme schon verbunden sein.

Bei der Recherche der ortsüblichen Angebote hat sich bewährt, sich nah an der Kirche aufzuhalten. Dort finden wir immer wieder kompetente, wohlschmeckende Lebensmittelzubereitungen. Wir lassen es uns aber nicht nehmen, die Einheimischen — oder wen immer wir treffen — ausführlich zu diesem Thema zu befragen.

Als wir in einem Biergarten über mehrere Tische hinweg mit den Gästen eine rege Diskussion über die Frage führten, wo man denn in diesem Ort gut essen könnte, obwohl eine Speisekarte direkt vor uns lag, bekam die Hilfsbereitschaft der Gäste für den Wirt einen gewissen Beigeschmack.


Die 15:00-Uhr-Schranke


Ein weiterer wichtiger Handlungsschwerpunkt des Tages ist, mit dem Hotel — der Rezeption oder vor allem den Servicekräften — einen Weg zu finden, damit sie uns schon vor 15 Uhr in unser Zimmer lassen.

Eine Schranke, die eigentlich nicht zu überwinden ist. Jedoch dürfen wir wohl guten Mutes feststellen, dass es uns das eine oder andere Mal trotzdem gelungen ist.

Wenn wir es dann geschafft haben, ins Etablissement einzurücken, stellt sich die Frage der Anordnung und der Raumgröße. Denn eine uns verbindende Kompetenz im nächtlichen Sägen ist nicht von der Hand zu weisen. Also versuchen wir, die Betten so anzuordnen, dass der wohltuende Schlaf nicht durch beidseitige Geräuschentwicklung vertrieben wird.


Und nach all den Insights von wahren, leicht modellierten Fakten und SichtWeisen versuche ich mich jetzt noch an einer kurzen Zusammenfassung von all dem, was bisher passiert ist, und die könnte lauten:


Wir sind wieder im Tritt




 
 
 

2 Kommentare

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Gast
03. Aug.
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Eine schöne Reise, in der die rechte Pobacke immer die Alpen gekratzt hat ist schon zu Ende, in Aschau, da lebte auch links, am Fuß der Burg, die Stimme von Pumuckel, Hans Clarin. Diese unermüdliche Stimme begleitete meine Jugend. Hoofe wir sehen uns bald mal hier im Flachland und noch in diesem warmen Sommer 🌻

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Hans
27. Juli
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Fast hat man das Gefühl als drittes Rad auf euren Wegen dabei zu sein -passt gut auf euch auf😜

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